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KULTURDENKMÄLER in KÄRNTEN und SLOWENIEN

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Albert-Čas-Gedenktafel
Lobisserfresko Pfarrkirche Möllbrücke
Pichskreuz
Hainschitzkreuz
Walkerkreuz
Ettingerkreuz
Grabplatte Margarethe Tibold
Graffities Unterführung St. Marein
Heiliger Florian am Rüsthaus Deutsch-Griffen
Friedhofskreuz St. Peter
Kriegerdenkmal St. Margarethen
Gutmannkreuz
Haslinger Kreuz
Melcherkreuz
Kreuzschneider Marterl
Šumah-Wassertrog
Marinitsch Kapelle
Metallkunstwerk „Mut gegen Gewalt“
Roaner Mühle
Sgraffito am Riederhaus

Legende, Sage, Geschichte

Das Haus wurde 1864 vom Kaufmann Alex Rieder erworben und ist seither im Besitz der Familie.
Die in Kärnten seltenen Wandmalereien waren mehrfach übertüncht und wurden erst 1934 freigelegt.

Quelle: Die Geheimnisse der Altstadt von Althofen. Ein Spaziergang durch eine der schönsten Altstädte Österreichs, hrg. von der Stadtgemeinde Althofen, St. Veit/Glan 2007.

Beschreibung

Das Riederhaus ist ein Renaissancebau aus dem 16. Jh. am Salzburger Platz am Oberen Markt in Althofen. Die Architektur des Hauses zeigt die für jene Zeit typischen Renaissanceformen. Auffällig sind vor allem das Portal sowie das schöne Zwillingsfenster im Obergeschoß. Die gebaute Architektur wird durch großflächige Sgraffitos ergänzt: Fingierte Pilaster betonen die Ecken; die Fensterrahmungen sind durch Maskenornamente und Girlanden erweitert; zum Teil sind sogar die Fensterrahmungen selbst nicht in Stein ausgeführt, sondern nur in Sgraffitotechnik vorgetäuscht. Das Rieder-Haus gilt als eines der bedeutendsten Sgraffitohäuser in Österreich.

Das Hauptelement der Fassadengestaltung bilden zwei übereinanderliegende Bilderfriese. Beide enthalten Darstellungen mit antiker Thematik. Im oberen Fries wurden, zwischen den Fenstern eingefügt, die neun Musen wiedergegeben, von welchen allerdings nur noch sieben erhalten sind. Die Althofener Musen basieren auf druckgraphischen Vorlagen aus der Werkstatt des Nürnberger Zeichners und Kupferstecher Virgil Solis (* 1514 - † 1562). Bei den dargestellten Musen handelt es sich um: Urania, Klio, Euterpe und Thalia, dann Melpomene, Therpsychore und Erato.
Im unteren Fries wurden hingegen verschiedene Heldentaten des Herkules dargestellt. Auch sie folgen druckgraphischen Vorlagen, nämlich Kupferstichen des ebenfalls aus Nürnberg gebürtigen Malers und Kupferstechers Sebald Beham (* 1500 - † 1550).
1. Herkules erwürgt Anteus, den Riesen von Lybien.
2. Daianira schickt durch den Sklaven Lichas Herkules das Nessushemd.
3. Herkules tötet den flammenspeienden Cacus.
4. Herkules tötet die Hydra, die Wasserschlange mit 9 Köpfen, mit Hilfe seines Neffen Jolaus.
5. Jole, die Tochter des Königs Eurytus, führt Herkules nach der Tötung ihres Vaters in die Gefangenschaft.
6. Herkules wird durch das Nessushemd rasend.
Auch die erklärenden lateinischen Inschriften unter den einzelnen Szenen sind den entsprechenden Kupferstichen entnommen.
Unter den Herkulesszenen sind folgende Bibelsprüche zu lesen: Wer auf den Herrn vertraut, wird auf ewig nicht zugrunde gehen. (QUI CONFUNDIT IN DOMINUM, NON PERIBIT IN AETERNAM)
Auf dem obersten Band steht geschrieben:
Wenn Gott für uns ist, wer ist dann gegen uns?
(SI DEUS PRO NOBIS, QUIS CONTRA NOS) und Gott ist meine Hoffnung. (DEUS EST SPES MEA)
Überall, wo noch Platz war, füllte der unbekannte Künstler in Althofen den Bildgrund mit riesigen Vögeln.

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